Tagungen

 

Tagung belichtete die Geschichte des dokumentarischen Films 1945-2005 in Stuttgart

Das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart lud am 18. und 19. März zu einer Tagung mit filmwissenschaftlichen Inhalten. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung des dokumentarischen Films nach 1945. Sie war geprägt durch eine Reihe markanter Einschnitte und Umbrüche. Die Tagung zeichnete solche Transformationsprozesse des Dokumentarfilms nach. Wir dokumentieren in nächster Zeit Ergebnisse der zweitägigen Veranstaltung, bei der sich in sechs Panels namhafte Vertreter der wissenschaftlichen Forschung zum Dokumentarfilm trafen.

Die Geschichte des dokumentarischen Films nach 1945 ist in Deutschland geprägt durch eine Reihe markanter Einschnitte und Umbrüche. Während der Kulturfilm der 1950er Jahre durchaus noch personelle und stilistische Kontinuitäten zum Film des „Dritten Reichs“ aufweist, setzt mit den 1960er Jahren eine Aufbruchbewegung ein: technische Neuerungen wie die bewegliche 16mm-Kamera mit synchronem Pilotton ermöglichen neue dokumentarische Formen und Ausdrucksmöglichkeiten. Wegweisende Arbeiten entstehen im Auftrag des Fernsehens. Die einsetzende Politisierung der FilmemacherInnen in der BRD, die in den 1970ern zur Gründung von Videowerkstätten und Medienkooperativen als Form der Gegenöffentlichkeit führt, ist Teil eines grundlegenden gesellschaftspolitischen Wandels. In der DDR reagieren die FilmemacherInnen des DEFA-Dokstudios ebenfalls auf die politischen Verhältnisse. In den 1990er Jahren ist das Privatfernsehen etabliert und verändert die Fernsehlandschaft grundlegend. Die Digitalisierung der Filmproduktion sorgt für ästhetische und ökonomische Wandlungen der dokumentarischen Produktion. Sie ermöglichen letztlich die aktuell zu beobachtende Renaissance des Dokumentarfilms im Kino.

Mit dieser Frühjahrstagung des Hauses des Dokumentarfilms stellte sich zugleich das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützte Forschungsprojekt „Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland 1945–2005“ unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula von Keitz (Universität Bonn), Prof. Dr. Kerstin Stutterheim (HFF Potsdam) und Dr. Kay Hoffmann (Federführung/ Haus des Dokumentarfilms) vor. Anknüpfend an das erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekt zur deutschen Dokumentarfilmgeschichte 1895–1945 soll die Geschichte dieses Genres bis in die Gegenwart fortgeschrieben werden. Ziel ist die erste Gesamtdarstellung dokumentarischen Filmschaffens nach 1945 in seinen gesellschaftlichen, institutionellen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen.

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