Sep 292015
 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung des Forschungsprojektes »Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland (1945-2005)« verlängert. Das Projekt ist auf insgesamt acht Jahre angelegt. Das Gesamtbudget beträgt über 2,5 Mio. € und ist damit im Moment bundesweit das größte Projekt im Bereich Filmgeschichte. Das Projekt wird gemeinsam geleitet von Prof. Dr. Ursula von Keitz (Filmuniversität Babelsberg / Leiterin Filmmuseum Potsdam), Prof. Dr. Thomas Weber (Universität Hamburg) und Dr. Kay Hoffmann vom Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms, der die Gesamtkoordination übernommen hat.

»»Protest - Film - Bewegung. Neue Wege im Dokumentarischen« erscheint bei der Edition Text + Kritik

»Protest – Film – Bewegung. Neue Wege im Dokumentarischen« erscheint bei der Edition Text + Kritik

Ziel des Langfristvorhabens ist die systematische Erforschung und historiografische Gesamtdarstellung der Dokumentarfilmproduktion nach 1945. Damit wird eine Forschungslücke geschlossen, denn bisher gibt es nur verschiedene Detailstudien, aber keinen Gesamtüberblick. Im Moment sind bereits über 11.000 Produktionen in der Datenbank erfasst. Das Projekt folgt dabei dem Ansatz der New Film History. Im Mittelpunkt stehen nicht nur einzelne Autoren und Filme, sondern auch ihre gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Kontexte sowie die Produktionsbedingungen und -zusammenhänge. Es geht dabei um dokumentarische Filme, die eine ästhetische Gestaltung und einen gesellschaftspolitischen Anspruch erkennen lassen, der sie von der Masse standardisierter und der Tagesaktualität verpflichteter Produktionen unterscheidet. Der Begriff des Dokumentarischen und des Dokumentarfilms wie auch das Selbstverständnis von Filmemacherinnen und Filmemachern sind in dieser Periode von einem starken Wandel gekennzeichnet.

Das Projekt hatte sich 2014 beim Berlin Documentary Forum im Haus der Kulturen der Welt mit zwei Programmen präsentiert. Im Herbst haben wir zusammen mit CineGraph Hamburg das cinefest organisiert zum Thema »Gegenöffentlichkeit«. Die Ergebnisse des filmhistorischen Kongresses zum selben Thema werden diesen Herbst in der edition text+kritik unter dem Titel »Protest-Film-Bewegung. Neue Wege im Dokumentarischen« veröffentlich werden.

(Kay Hoffmann)